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Warum die Aeropress?

SchleichwerbungDie Aeropress ist eine neuartige Kaffeemaschine, die vom Frisbee-Hersteller Aerobie ganz unverhofft vor ein paar Jahren auf den Markt geworfen wurde. Warum irgendjemand von den Frisbee-Macher_innen auf die Idee kam, jetzt mal ausgerechnet eine Kaffeemaschine zu designen und zu produzieren, das weiß niemand (oder zumindest ich weiß es nicht). Innerhalb kürzester Zeit mauserte sich das kleine Stück Plastik zu einer Art Gourmetzubereitungsform für Filterkaffee und es gibt mittlerweile sogar Aeropress-Weltmeisterschaften. Ja echt, ich denk mir das nicht aus. Jede kleine Kaffeerösterei, die was auf sich hält und auch Zubehör im Angebot hat, verkauft mittlerweile meistens auch die Aeropress.

Es sieht tatsächlich ein bisschen aus wie eine Frisbee, ist aber aus lebensmittelzertifiziertem Plastik hergestellt (sind Frisbees lebensmittelecht?). Wer ein paar Mal Kaffee mit dem Ding zubereitet, lernt das pragmatische Design zu schätzen. Es ist halt eher so Campingzubehör und weniger Prestigeobjekt. Es ist einfach ein Stück Plastik, das wirklich guten Filterkaffee herstellen kann. Warum? Bei Filterkaffee kommt es darauf an, dass der Kaffee gleichmäßig extrahiert wird, nicht zu lange oder zu kurz zieht, das Wasser nicht zu heiß ist und dass der gebrühte Kaffee dann nicht noch 24 Stunden auf der Warmhalteplatte Zeit hat ein Habitat für alle Bakterien der Umgebung auszubilden.

Erstaunlicherweise gelingt es der Aeropress durch die Kombination ein paar wirklich einfacher Mechanismen diese ganzen Probleme zu umgehen. Dadurch, dass man soviel händisch machen muss, kann man den gesamten Brühprozess beeinflussen. Vom Mahlgrad des Kaffees über Wassertemperatur bis hin zur Brühzeit ist alles unter voller Kontrolle. Was die ganze Sache auch ein bisschen schwieriger macht, denn es gibt viele „Rezepte“ einen Kaffee zuzubereiten. Auch wird der Kaffee gleichmäßig extrahiert, da die Aeropress ähnlich einer French Press mit dem „full immersion“-Verfahren arbeitet, das heißt, dass das Kaffeepulver direkt im heißen Wasser gelöst wird. Anders als bei der French Press wird der Kaffee allerdings dann durch einen Papierfilter gepresst, sodass weder Kaffeeöle noch Schwebstoffe im Kaffee verbleiben. Der hergestellte Kaffee ist klar und schonungslos. Ja, wirklich schonungslos: Alle Stärken und Schwächen der jeweiligen Kaffeesorte sind eindeutig zu erschmecken.

Da für meinen Geschmack die French Press immer noch die leckerste Methode ist eine Tasse Kaffee zuzubereiten, habe ich mir einen wiederverwendbaren Metallfilter von Kaffeologie bestellt, der die Kaffeeöle beim Pressen durchlassen soll. Ich bin gespannt auf den Geschmack des Kaffees und kann dann dazu noch berichten. Alles in allem hat die Aeropress mir gezeigt, dass auch Filterkaffee schmecken kann, und zwar richtig gut!

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